DIY-Marktforschung: Der Schlüssel zu kosteneffizienten Innovationen

Von Ann-Katrin Nentwig

DIY-Marktforschung: Der Schlüssel zu kosteneffizienten Innovationen

Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihre neuen Produktideen den Nerv der Zeit treffen? Die Antwort liegt zum Teil in der Marktforschung. Während externe Agenturen und Institute oft die erste Wahl sind, gibt es eine kostengünstigere und ebenso effektive Alternative: Do-it-yourself (DIY) Marktforschung.

Warum DIY-Marktforschung?


Traditionelle Marktforschung kann teuer und zeitaufwendig sein. Besonders wenn viele Ideen getestet werden sollen, steigen die Kosten schnell in die Höhe. Dies führt oft dazu, dass nur eine begrenzte Anzahl von Konzepten getestet wird, was das Risiko birgt, potenziell erfolgreiche Ideen zu übersehen. DIY-Marktforschung bietet hier eine flexible und kosteneffiziente Lösung, die es Unternehmen ermöglicht, schnell und unkompliziert wertvolle Daten zu sammeln.

Die Lösung: DIY-Marktforschung


Besonders in kreativen Prozessen wie Design Thinking Workshops entstehen viele Ideen. Diese Vielzahl aus einer Konsumentenperspektive zu analysieren, kann sich als schwierig erweisen. Zudem tut es weh, große Budgets für Marktforschungsagenturen auszugeben. Aus diesem Grund haben wir uns intensiv mit dem Thema der Do-it-yourself Marktforschung beschäftigt.
Man könnte meinen, dies sei weniger wissenschaftlich oder professionell als ein Marktforschungsinstitut. Doch wer sich mit der Materie auseinandersetzt, wird schnell eines Besseren belehrt. Heutzutage gibt es verschiedene Tools und Plattformen, die sowohl die quantitative als auch die qualitative Konsumentenperspektive leicht und schnell ins Unternehmen bringen. Plattformen wie z.B. quantilope, kvest oder appinio ermöglichen es, einfach und schnell Umfragen zu erstellen und diese unter Einhaltung wissenschaftlicher Verfahren automatisiert auszuwerten.

Der Weg zur Eigenständigkeit


Nach dem Initialaufwand, das Tool kennenzulernen, Möglichkeiten auszuloten und Templates zu erstellen, können wir nun einfach und schnell einen Test aufsetzen. Das Feedback zu den Ideen erhalten wir sehr schnell und kostengünstiger als mit Instituten. Dies ermöglicht es uns, flexibel und effizient auf die Bedürfnisse des Marktes zu reagieren und unsere Innovationskraft zu stärken.
Gemeinsam mit unserem Anbieter entwickelten wir einen Ansatz bestehenden aus drei Studien, auch Testing Innovation Funnel genannt.  Dieses Vorgehen ermöglicht es uns die Vielzahl an Ideen zu priorisieren, evaluieren und anzureichern. So konnten wir mithilfe dieses Vorgehens im letzten Jahr rund und weiterentwickeln. Je nach Anzahl und Tiefe der Idee kann auch zu einem späteren Schritt im Funnel eingestiegen werden.
  1. Studie: Bei einer Vielzahl von Ideen (20-40 Ideen) werden diese mittels eines impliziten Verfahrens auf verschiedenen Ebenen, wie z.B. Gefallen, Kaufabsicht und Relevanz von der potenziellen Zielgruppe bewertet. Die Ideen sind sehr kurz beschrieben (1-2 Sätze). Zusätzlich integrieren wir viele Fragestellungen zu unseren Hypothesen in den Fragenbogen, um einen hohen allgemeinen Erkenntnisgewinn zum Thema zu generieren. Am Ende der Studie können wir mithilfe von Benchmarks entscheiden, welche der Ideen weiterverfolgt werden sollen bzw. in eine zweite Studie gehen.
  2. Studie: Bei einer geringeren Anzahl von 8-20 Ideen verwenden wir in der Umfrage die Methode MaxDiff. Hier müssen die Studienteilnehmenden Entscheidungen zwischen einer kleinen Auswahl an Ideen treffen. Daraus resultiert dann eine Rangfolge der Ideen. Dieser Schritt ist besonders hilfreich in der Priorisierung der Ideen. In diesem Schritt werden die Ideen etwas ausführlicher beschrieben.
  3. Studie: Bei weniger als 7 Ideen führen wir einen klassischen monadischen Konzepttest durch. Mittels dieses Testes können wir die Ideen in der Tiefe besser verstehen. Ebenfalls gibt der Test uns nun die Möglichkeit verschiedene Varianten/Ausführungen der Idee zu überprüfen.

Fazit

Die Do-it-yourself Marktforschung hat sich als wertvolles Werkzeug erwiesen, um die Innovationsprozesse zu beschleunigen und gleichzeitig die Kosten zu senken. Sie ermöglicht es uns, die Konsumentenperspektive direkt in die Produktentwicklung einzubeziehen und fundierte Entscheidungen zu treffen. So können wir sicherstellen, dass unsere Produktideen nicht nur kreativ, sondern auch marktfähig sind.