Technologietrends 2025: Entwicklungen verstehen und nutzen

Von Johanna Ober-Sundermeyer

Technologietrends 2025: Entwicklungen verstehen und nutzen

Technologietrends sind ein Herzstück der Digitalisierung und Innovation. Sie geben Unternehmen – besonders im Mittelstand – Orientierung und eröffnen neue Chancen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Wir möchten fünf zentrale Technologietrends 2025 vorstellen: Digital Reality, Connected Environment, Smart System, Human Interaction und Personal Assistance. Erfahre, wie diese Trends die Zukunft der Arbeitswelt, Produktentwicklung und Kundenerlebnisse prägen – und wie du sie für dein Unternehmen nutzen kannst.

1. Digital Reality: Virtuelle und erweiterte Realität als Innovationstreiber

Der Technologietrend Digital Reality umfasst Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und das Metaverse. Diese Technologien ermöglichen immersive Erlebnisse, die weit über klassische Bildschirminteraktionen hinausgehen. 2025 werden weltweit über eine Milliarde Menschen AR-fähige Geräte nutzen, der Markt für AR/VR wächst rasant. Unternehmen profitieren von AR-gestützter Wartung, virtuellen Showrooms und innovativen Marketingkampagnen. Das Metaverse und Blockchain-basierte Identitäten schaffen neue Möglichkeiten für digitale Geschäftsmodelle. Für den Mittelstand heißt das: Kreativität, Kollaboration und Kundenbindung erfahren eine völlig neue Dimension.

Beispiele aus der Praxis:

·         AR-Navigation: Google Maps blendet bei der Fußgängernavigation Pfeile und Hinweise direkt ins Kamerabild ein.

·         Marketing: Pepsi setzte auf AR-Kampagnen, um Passanten an Bushaltestellen in fantastische Szenarien zu versetzen.

·         Wartung: Techniker nutzen AR-Brillen wie Meta Orion, um Schritt-für-Schritt-Anleitungen direkt ins Sichtfeld eingeblendet zu bekommen.

·         Virtuelle Immobilienbesichtigungen: Mit VR-Brillen werden realitätsnahe Rundgänge durch Wohnungen und Häuser möglich.

·         Therapie & Schulung: VR hilft in der Psychotherapie und beim Training von Notfallsituationen.

2. Connected Environment: Vernetzte Systeme für mehr Effizienz und Sicherheit

Connected Environment steht für die intelligente Vernetzung von Geräten, Systemen und Menschen. 5G, IoT (Internet of Things), Cloud Computing und Digital Twins sind die Basis für smarte Städte, vernetzte Fabriken und komfortable Smart Homes. Bis 2030 werden über 40 Milliarden IoT-Geräte im Einsatz sein. Unternehmen können durch diese Technologietrends Prozesse optimieren, Ressourcen sparen und neue Services entwickeln. Besonders spannend: Cloud- und Edge-Computing ermöglichen eine schnelle, sichere Datenverarbeitung – ein echter Wettbewerbsvorteil in der digitalen Transformation.

Beispiele aus der Praxis:

·         Smart Home: Intelligente Thermostate, Beleuchtung und Sicherheitskameras lassen sich per App oder Sprache steuern.

·         Industrie 4.0: Sensoren überwachen Maschinenleistung und melden frühzeitig Wartungsbedarf.

·         Telemedizin: Dank 5G können Ärzte Patienten aus der Ferne per Videocall und Datenübertragung in Echtzeit betreuen.

·         Smart Cities: Verkehrsflüsse werden durch IoT-Sensoren optimiert, Energieverbrauch überwacht und die öffentliche Sicherheit verbessert.

·         Digital Twins: Siemens simuliert mit digitalen Zwillingen Produktionsprozesse, Tesla überwacht Fahrzeugdaten in Echtzeit.

3. Smart System: Künstliche Intelligenz und Automatisierung im Mittelstand

Smart Systems sind das Rückgrat moderner Innovationen. Sie kombinieren künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und Automatisierung, um Arbeitsabläufe effizienter und fehlerfreier zu gestalten. KI-gestützte Softwareentwicklung steigert die Produktivität, Low-Code- und No-Code-Plattformen machen Softwareentwicklung für alle zugänglich. Intelligente Geschäftsanwendungen und datenbasierte Entscheidungsfindung sind längst Alltag in Buchhaltung, Logistik und Produktion. Für Unternehmen bedeutet das: Mehr Zeit für Strategie und Innovation, weniger Aufwand für Routine.

Beispiele aus der Praxis:

·         KI-gestützte Softwareentwicklung: Tools wie GitHub Copilot schlagen Code vor und erkennen Fehler automatisch.

·         Low-Code/No-Code-Plattformen: Mit Plattformen wie Shopify oder Airtable können auch Nicht-ITler E-Commerce-Shops oder Dashboards erstellen.

·         Automatisierte Buchhaltung: Deloitte nutzt Robotic Process Automation (RPA), um Rechnungen automatisch zu verarbeiten.

·         Supply Chain Management: Coca-Cola steuert Bestellungen, Lager und Lieferungen in Echtzeit mit KI-Systemen.

·         Datenanalyse: Walmart analysiert Verkaufsdaten mit KI, um Trends zu erkennen und Lagerbestände optimal zu steuern.

4. Human Interaction: Mensch-Maschine-Interaktion neu gedacht

Der Trend Human Interaction beschreibt die Entwicklung natürlicher Schnittstellen zwischen Mensch und Technologie. Sprachassistenten, Gestensteuerung und AR/VR-Tools machen die Bedienung von Geräten intuitiver und persönlicher. Unternehmen setzen auf digitale Kollaborationstools, virtuelle Schulungen und vernetzte Arbeitsplätze, um Teams zu stärken und Wissen effizient zu teilen. Maschinen werden zu aktiven Kunden: Intelligente Geräte bestellen eigenständig Produkte nach, und bis 2030 wird ein Fünftel des Umsatzes vieler Unternehmen von Maschinenkunden stammen. Für den Mittelstand eröffnen sich dadurch neue Geschäftsmodelle und Umsatzpotenziale.

Beispiele aus der Praxis:

·         Kollaborationstools: Siemens arbeitet mit Microsoft Teams, IBM nutzt Slack für die interne Kommunikation.

·         Virtuelle Mitarbeiterschulungen: Walmart schult Mitarbeitende mit VR-Simulationen, die realistische Kundensituationen nachstellen.

·         AR in der Fertigung: Ford testet Designprototypen mit AR, DHL setzt AR-Brillen zur Kommissionierung ein.

·         Maschinen als Kunden: HP-Drucker bestellen Tinte automatisch nach, Samsung-Kühlschränke ordern Lebensmittel.

·         Gestensteuerung: BMW-Fahrer steuern das Infotainment per Handbewegung, Microsoft HoloLens ermöglicht Interaktion mit digitalen Objekten.

5. Personal Assistance: Intelligente Assistenten für Alltag und Business

Personal Assistance ist der Trend zu smarten, KI-basierten Helfern, die unser Leben und Arbeiten erleichtern. Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant oder Siri organisieren Termine, steuern das Smart Home und liefern personalisierte Empfehlungen. Generative KI erstellt maßgeschneiderte Inhalte für Marketing und Kommunikation. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Sicherheit, Vertrauen und ethischer KI-Nutzung – ein zentrales Thema für nachhaltige Digitalisierung und Innovation im Mittelstand.

Beispiele aus der Praxis:

·         Sprachassistenten: Alexa, Google Assistant und Siri helfen beim Steuern von Geräten, Verwalten von Terminen oder Beantworten von Alltagsfragen.

·         Generative KI: Netflix empfiehlt Filme, Spotify erstellt individuelle Playlists, Adobe Sensei generiert personalisierte Marketinginhalte.

·         KI-Tools für alle: Canva ermöglicht Design ohne Vorkenntnisse, Grammarly verbessert Texte automatisch, Microsoft Power BI visualisiert Daten auf Knopfdruck.

·         Virtuelle Assistenten im Büro: IBM Watson beantwortet Kundenanfragen rund um die Uhr, Amelia von IPsoft übernimmt komplexe Dialoge im Kundenservice.

·         Sicherheit und Vertrauen: Unternehmen setzen auf KI-Governance und Risikomanagement, um Datenschutz und ethische Standards zu gewährleisten.

Unser Tipp: Zukunftstrends aktiv gestalten und nutzen

Technologietrends sind kein Selbstzweck. Sie sind Werkzeuge, für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum. Unternehmen – gerade im Mittelstand – sollten diese Trends aktiv beobachten, bewerten und gezielt für ihre Geschäftsmodelle nutzen. Unser Tipp: Offen bleiben, neue Technologien testen und den eigenen Innovationskompass regelmäßig neu ausrichten. So gelingt der Wandel vom Beobachter zum Gestalter der digitalen Zukunft.

Hast du Fragen zu Technologietrends oder möchtest wissen, wie du sie für dein Unternehmen nutzen kannst? Kontaktiere uns gerne!

Bild: kentoh/Shutterstock.com