Agilität und Anpassungsfähigkeit sind der Schlüssel, um zukunftsfähig zu bleiben. Ein Trainingsplan für alle, die gestalten und verändern wollen.
- Hochaktuelles Thema: Agilität und Anpassungsfähigkeit als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit
- Fokus Mittelstand: wie sich deutsche Unternehmen jetzt verändern müssen
- Wirtschaftsnah und erprobt: mit echten Cases aus der Melitta-Gruppe – glaubwürdig und praxisrelevant
Themenschwerpunkte
Teil 1: Die Welt im Wandel
- Die Verkürzung von Trendzyklen
- Die Kraft der Entkopplung von Wertschöpfungsketten
- Die Grundannahmen hinter dem eigenen Geschäft
- Mentalität als Schlüssel zum Erfolg
Teil 2: Adaptivität – was ich trainieren kann - Wertangebot, Kunden und Kern-Aktivitäten hinterfragen
- Wettbewerb, Marktannahmen und der Blick in andere Märkte
- Trends, Technologien und Zukunftsszenarien entwickeln
Teil 3: Adaptivität – was wir im Team trainieren können - Die Bedeutung von Unternehmenskultur
- Purpose, Vision und Mission
- Metakompetenzen aufbauen
- Freiräume für Innovation und Anpassung
»Unternehmen müssen an Strukturen arbeiten, statt beliebigen Trends hinterherzulaufen«
Ihr beschreibt Adaptionsfähigkeit als zentrale Kompetenz der Zukunft. Was versteht ihr darunter – und warum wird sie für Unternehmen und Führungskräfte immer wichtiger?
René Korte, Johanna Ober-Sundermeyer: Adaptionsfähigkeit ist mehr als Innovation- oder Change-Management.
Uns geht es weniger im die konkrete Produktebene als um die Fähigkeit, sich kontinuierlich und systematisch an Veränderungen im Umfeld anzupassen und das eigene Wertangebot laufend an die sich transformierenden Erwartungen der Kunden anzupassen. Adaptivität betrifft dabei das gesamte Unternehmen: von der strategischen Ausrichtung über Strukturen und Prozesse bis hin zur täglichen Zusammenarbeit und Unternehmenskultur. Trends und Technologien entwickeln sich heutzutage immer schneller – und deshalb müssen auch Unternehmen viel schneller als noch vor 20 Jahren auf neue Kundenerwartungen und Marktanforderungen reagieren. Unsere These: Wer sich nicht zu einer »Adaptive Company« entwickelt, wird es in Zukunft am Markt schwer haben – ungeachtet der Tatsache, wie erfolgreich das Unternehmen bis dato war.
Welche Strukturen, Denkweisen und Fähigkeiten braucht ein Unternehmen, um dauerhaft beweglich und innovativ zu bleiben?
Unternehmen bleiben dann beweglich und innovativ, wenn sie an Strukturen arbeiten und nicht nur jedem Trend hinterherhecheln. Dazu gehören zum Beispiel flache Hierarchien, klare Ziele sowie eigenständige und unabhängige Innovationsbereiche. Genauso wichtig ist eine offene Haltung: Wer Probleme als Chancen begreift und bestehende Annahmen immer wieder hinterfragt, bleibt am Puls der Zeit. Ganz wichtig dabei: Der Kunde ist dabei die zentrale Entscheidungskategorie, an der wir unser Handeln ausrichten. Ebenso entscheidend sind Fähigkeiten wie die Bereitschaft zur Veränderung, Selbstorganisation, kritische Reflexion und der sichere Umgang mit Innovationsmethoden. Erst das Zusammenspiel all dieser Faktoren schafft eine Unternehmenskultur, in der Anpassungsfähigkeit und Innovation selbstverständlich werden.
Wie bricht man – gerade in traditionsreichen Unternehmen – das klassische »Das haben wir immer schon so gemacht« auf?
Das ist eine der großten Herausforderungen. Aus unserer Sicht ist ein echter Wandel der Unternehmenskultur nötig – und der beginnt meist bei den Führungskräften. Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen und deutlich machen, dass Veränderungen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht sind. Im zweiten Schritt gilt es dann, auch die Mitarbeitenden zu aktivieren. Sie sind die direkte Kontaktfläche zum Kunden und arbeiten täglich mit der Produktpalette. Wir brauchen Räume, in denen offen über festgefahrene Routinen gesprochen und neue Wege ausprobiert werden können – Stichwort psychologische Sicherheit. Kleine Experimente und Pilotprojekte bieten einen sicheren Rahmen, um Neues zu testen.
Werden die ersten Erfolge sichtbar, steigt auch die Bereitschaft, gewohnte Pfade zu verlassen.