· Von Ann-Katrin Büsing
Mut zum Scheitern: In 5 Schritten zu deinem inspirierenden Fuck-up-Event
Fehler machen ist menschlich. Fuck-up-Events schaffen einen Raum, in dem Scheitern nicht stigmatisiert, sondern als wertvolle Lernquelle gefeiert wird. Für Unternehmen, die eine offene Fehlerkultur fördern wollen, sind diese Events ein Gamechanger. Sie stärken den Teamzusammenhalt, fördern Mut zur Veränderung und sorgen für echte Innovationskultur. Wer offen über Fehler spricht, ebnet den Weg für neue Ideen und nachhaltiges Wachstum.
Bevor wir unser erstes Fuck-Up-Event ins Leben gerufen haben, haben wir uns die Frage gestellt, wie ein solches Format bei Melitta aussehen kann. Bisher kannten wir die Events nur aus der Start Up Szene und nicht aus größeren Unternehmen. Wir haben wir verschiedene Events besucht und uns Aufzeichnungen angeschaut. Was gefiel uns? Was sollten wir bei uns anders machen? Neben gut erzählten Stories war es uns von Anfang an wichtig, einen Austausch zwischen den Teilnehmenden sicherzustellen.
Wenn auch du vor der Frage stehst, wie du ein Fuck-Up-Event in deinem Unternehmen organisieren kannst, möchten wir dir hier unsere Learnings mitgeben.
Schritt 1: Speaker Briefing – Die Basis für inspirierende Geschichten
Der Erfolg eines Fuck-up-Events steht und fällt mit den Speaker:innen. Die Auswahl ist entscheidend: Suche nach Persönlichkeiten, die bereit sind, ehrlich und authentisch über ihre Fehler zu sprechen. Ein gutes Speaker-Briefing ist das A und O.
So gelingt das Speaker-Briefing:
- Regelmäßige Catch-up-Calls: Halte vorab mehrere kurze Calls, um die Speaker einzustimmen, offene Fragen zu klären und Unsicherheiten zu nehmen.
- Präsentationsstruktur & Leitfragen: Stelle eine Präsentationsvorlage bereit, die den Speaker:innen hilft, ihre Story zu strukturieren. Leitfragen wie „Was war es für ein Projekt?“, „Wie habt ihr den Fehler bemerkt?“ und „Welche Learnings nimmst du mit?“ geben Orientierung. Wenn du hierzu mehr erfahren willst, schreib uns gerne!
- Authentizität fördern: Ermutige die Speaker:innen, Emotionen zu zeigen und ehrlich über ihre Gefühle zu sprechen – das schafft Nähe und Vertrauen.
- Visuelle Hilfsmittel: Bilder, Diagramme oder kurze Videos machen die Präsentation lebendiger.
- Interaktion mit dem Publikum: Animiere die Speaker:innen, Fragen zu stellen oder das Publikum einzubinden.
Schritt 2: Aktivierungen für Teilnehmende – Interaktion als Erfolgsfaktor
Ein Fuck-up-Event lebt von der Beteiligung der Teilnehmenden. Aktivierungen sorgen für Energie und echte Interaktion.
Erprobte Aktivierungen:
- Austausch in Kleingruppen: Nach den Geschichten können sich die Teilnehmenden in Kleingruppen zusammenfinden und über die Geschichte diskutieren.
- Quiz: Ein kurzes Quiz zu Fuck-up-Geschichten oder berühmten „Fails“ (z.B. Google Glasses, Amazon Fire Phone) lockert die Stimmung und zeigt, dass Scheitern überall vorkommt. Ergänzend lassen sich Fragen zur Fehlerkultur integrieren, sodass spielerisch Lerninhalte vermittelt werden. Der oder die Teilnehmende, der am schnellsten die meisten Fragen richtig beantwortet, gewinnt ein kleines Geschenk – das sorgt für zusätzlichen Ansporn und Spaß.
- Commitment Cards: Zum Abschluss des Events werden Commitment Cards ausgefüllt. Ähnlich wie bei einer Postkarte kann auf der Vorderseite ein inspirierender Spruch gestaltet werden. Auf der Rückseite halten die Teilnehmenden ihre persönlichen Learnings fest und notieren, was sie künftig anders machen möchten. Die Karten werden anschließend in Umschläge gepackt und mit Namen versehen. Einige Wochen nach dem Event werden sie verschickt – so erhalten die Teilnehmenden einen nachträglichen Impuls, der sie auch im Arbeitsalltag an ihre Vorsätze erinnert.
Tipp:
Aktivierungen sollten niedrigschwellig sein und Spaß machen. Sie helfen, Berührungsängste abzubauen und das Eis zu brechen.
Schritt 3: Networking als Schlüssel – Verbindungen schaffen, die bleiben
Gerade bei Fuck-up-Events ist Networking mehr als Small Talk. Es geht um den Austausch von echten Erfahrungen und das Knüpfen nachhaltiger Kontakte.
Tipps für gelungene Vernetzung:
- Gezielte Networking-Formate: Setze auf Formate wie das Networking-Karussell bei denen sich Teilnehmende gezielt zu ihren Erfahrungen austauschen. Hierfür teilst du die Teilnehmenden in Kleingruppen auf. Je Runde à 5 Minuten wird sich zu einer bestimmten Frage ausgetauscht. Beispiele: Was war dein letzter Fuck-up? Was fandest du an der letzten Geschichte am interessantesten? Wie hättest du in der Situation reagiert?
- Offene Atmosphäre: Sorge dafür, dass sich alle willkommen fühlen – z.B. durch eine lockere Begrüßungsrunde.
- Follow-up ermöglichen: Biete digitale Kanäle oder Gruppen an, in denen der Austausch nach dem Event weitergehen kann.
Schritt 4: Safe Space schaffen – Der Rahmen für ehrliche Fehlerkultur
Ein sicherer Rahmen ist das Herzstück jedes Fuck-up-Events. Nur wenn sich alle wohlfühlen, entsteht echte Offenheit.
Praktische Maßnahmen:
- Klare Moderation: Stelle zu Beginn die Spielregeln auf: Alles bleibt im Raum, kein Shaming, sondern konstruktives Feedback.
- Anonyme Beteiligung: Biete Möglichkeiten, anonym Fragen zu stellen oder Erfahrungen zu teilen (z.B. via digitalen Tools).
- Empathische Moderation: Gehe sensibel auf die Speaker:innen und Teilnehmenden ein, reagiere auf Stimmungen und gib Raum für Emotionen.
- Raumgestaltung: Eine lockere Sitzordnung, kleine Snacks und warme Beleuchtung helfen, die Atmosphäre zu entspannen.
Moderationstipp:
Starte mit einer eigenen kleinen Fuck-up-Story – das nimmt die Angst und zeigt, dass niemand perfekt ist.
Schritt 5: Interne Kommunikation
Damit dein Fuck-up-Event zum Erfolg wird, ist eine gezielte interne Kommunikation entscheidend. Sie sorgt dafür, dass möglichst viele Kolleg:innen vom Event erfahren und sich aktiv beteiligen.
So gelingt die interne Kommunikation:
- Vielfältige Kanäle nutzen: Nutze interne Newsletter, Intranet, Team-Meetings oder Chat-Plattformen, um auf das Event aufmerksam zu machen.
- Speaker:innen-Aufruf & Save-the-Date: Starte einen offenen Aufruf für Speaker:innen und kombiniere diesen mit einem Save-the-Date. So werden potenzielle Geschichten frühzeitig gesammelt und alle können sich den Termin vormerken.
- Plakate & visuelle Impulse: Hänge Plakate in Gemeinschaftsbereichen aus oder nutze digitale Bildschirme, um das Event sichtbar zu machen. Ein kreatives Design weckt Neugier.
- Nachbericht verfassen: Nach dem Event lohnt sich ein inspirierender Nachbericht, der die wichtigsten Learnings und Highlights teilt. So entsteht Vorfreude auf das nächste Event und neue Kolleg:innen werden ermutigt, selbst teilzunehmen.
Tipp:
Sprich gezielt verschiedene Zielgruppen im Unternehmen an – vom Azubi bis zur Führungskraft. Je breiter die Kommunikation, desto vielfältiger die Teilnehmenden und Geschichten!
Mut zur Offenheit zahlt sich aus! Ein Fuck-up-Event ist der perfekte Startpunkt für eine lebendige Fehlerkultur und echte Innovation. Trau dich, selbst ein Event zu planen – mit den richtigen Schritten wird aus jedem Scheitern ein Gewinn für dein Team und Unternehmen.
Lust auf mehr Inspiration?
Wenn du über eigene Erfahrungen sprechen möchtest oder Unterstützung bei deiner eigenen Fuck-Up-Veranstaltung haben möchtest, schreib uns gern!