AI-driven Innovation: Anwendung von KI im Design Thinking Prozess

Von Carolin Griepenstroh

AI-driven Innovation: Anwendung von KI im Design Thinking Prozess

Ideen für Innovationen entstehen nicht aus dem Nichts. Es gibt zahlreiche Methoden und Werkzeuge, die den kreativen Prozess unterstützen. Design Thinking bietet dabei Orientierung und Struktur auf dem Weg zu neuen Lösungen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedürfnisse der Nutzer, interdisziplinäre Teams und iteratives Arbeiten.

Der Design Thinking Ansatz kann mit dem sogenannten Double Diamond beschrieben werden. Er beschreibt den Innovationsprozess in zwei Phasen: Zunächst wird im Problemraum das Themenfeld weit geöffnet, um möglichst viele Herausforderungen zu erkennen. Anschließend folgt die Fokussierung auf die wichtigsten Probleme. Im Lösungsraum werden dann viele Ideen generiert, Prototypen gebaut und diese schließlich getestet und entwickelt, bevor sich das Team am Ende des Prozesses auf eine konkrete Lösung fokussiert. Doch wie verändert sich dieser Prozess, wenn Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel kommt?

KI in der Identify Phase

Um den Kunden besser zu verstehen, kann schon im ersten Schritt KI eingesetzt werden – zum Beispiel bei der Erstellung von Personas. Im Problemraum analysiert das Team, welche Aufgaben der Kunde in einem bestimmten Bereich lösen will und auf welche Hindernisse er dabei stößt. Auch hier kann KI unterstützen, etwa beim Brainstorming zu den „Jobs“ und „Pains“ des Kunden.

Interviews mit Kunden sind ein zentrales Element, um ihre Probleme wirklich in der Tiefe zu verstehen. KI kann dabei helfen, Interviewleitfäden zu erstellen oder große Mengen an Interviewdaten auszuwerten. Generell unterstützt KI im Problemraum, indem sie riesige Datenmengen analysiert und Muster erkennt, die für Menschen schwer zu entdecken sind. So lassen sich Nutzerbedürfnisse schneller und genauer identifizieren. Ein Beispiel: KI-gestützte Tools können Social-Media-Posts, Kundenbewertungen oder Support-Anfragen auswerten, um wertvolle Insights im Problemraum zu erhalten. Das Team erhält dadurch einen objektiven Blick auf die Wünsche und Probleme der Zielgruppe.

KI in der Create Phase

Im zweiten Teil des Double Diamonds, dem Lösungsraum, geht es darum, Ideen zu entwickeln, Prototypen zu bauen und diese zu testen. Auch hier kann KI vielseitig eingesetzt werden. In der Ideation-Phase kann KI als Ideengeber dienen und kreative Impulse liefern. Bei der Visualisierung und beim Greifbarmachen von Ideen durch Prototypen ist KI ebenfalls hilfreich. KI-gestützte Programme wie ChatGPT oder DALL-E schlagen generieren automatisch Bilder, Texte, Videos oder sogar ganze Webseiten. Das spart Zeit und eröffnet neue kreative Möglichkeiten, um Ideen als Prototypen greifbar zu machen und sie dadurch mit der Zielgruppe vertesten zu können.

Ziel ist es eine Lösung zu identifizieren, die das priorisierte Problem für den Zielkunden löst – und das in einem wirtschaftlich interessanten Geschäftsmodell. Zur Evaluierung der Ideen mit dem Kunden kann KI bei der Auswertung von quantitativen Tests helfen, zum Beispiel bei A/B-Tests. Sie kann auch dabei unterstützen, ein Geschäftsmodell Template auszufüllen oder die Idee kurz und prägnant in Form eines Elevator Pitches zusammenzufassen.

KI ersetzt nicht das Team

Wichtig bleibt: KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für menschliche Kreativität oder Empathie. Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Menschen und KI zusammenarbeiten. Die Maschine liefert Daten, Vorschläge und Analysen – das Team entscheidet, interpretiert und gestaltet.

Fazit

Die Integration von KI in den Design Thinking Prozess macht diesen effizienter, datenbasierter und eröffnet neue kreative Wege. Wer KI als Partner versteht, kann bessere Lösungen entwickeln – und bleibt trotzdem nah am Menschen.