· Von Saskia Meltzer
Brauchen Unternehmen wirklich OKRs? So steuern Teams ihre Ziele erfolgreich – und warum wir auf die Big 5 setzen
Lange Zeit waren sie in aller Munde und schienen das Allheilmittel für jedes Unternehmen zu sein: OKRs – Objektives & Key Results. Doch passen sie in jedes Unternehmens-Set-Up? Unsere Antwort: Zielsysteme sind der Schlüssel, um Teams und Unternehmen gezielt zu steuern, Innovation zu fördern und nachhaltigen Erfolg zu sichern. OKRs können als Framework zur Zielsetzung und -verfolgung verwendet werden, sie bringen aber auch Komplexität und einen Kulturwandel mit sich.
Warum brauchen Unternehmen Zielsysteme? – Der Schlüssel zu Orientierung, Fokus und Wachstum
In einer Welt, die sich immer schneller verändert, sind Unternehmen und Teams ständig gefordert, flexibel zu reagieren und gleichzeitig ihre langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Ohne eine klare Zielstruktur fehlt jedoch oft die Orientierung: Woran sollen sich Mitarbeitende und Führungskräfte im Alltag ausrichten? Welche Projekte haben Priorität? Und wie lässt sich sicherstellen, dass alle an einem Strang ziehen?
Zielsetzungssysteme bieten hier die notwendige Struktur. Sie übersetzen die Unternehmensvision in konkrete, messbare Ziele und machen so Fortschritt sichtbar. Teams wissen genau, worauf sie hinarbeiten, und können ihre Ressourcen gezielt einsetzen. Besonders in komplexen Organisationen oder in Zeiten des Wandels verhindert es, dass Energie in zu viele verschiedene Richtungen fließt oder wichtige Themen aus dem Blick geraten.
Gleichzeitig fördern Zielsysteme die Motivation: Wer weiß, welchen Beitrag die eigene Arbeit zum Gesamterfolg leistet, ist engagierter und übernimmt mehr Verantwortung. Ziele machen Erfolge messbar und ermöglichen es, aus Fehlern zu lernen und sich kontinuierlich zu verbessern. Sie schaffen Transparenz, fördern die Zusammenarbeit und helfen, Silodenken zu überwinden.
Nicht zuletzt sind Zielsysteme ein zentrales Instrument für Innovation und Wachstum. Sie helfen dabei, ambitionierte Vorhaben in realistische Schritte zu übersetzen und Fortschritte regelmäßig zu überprüfen. So können Unternehmen schneller auf Marktveränderungen reagieren, Chancen nutzen und sich im Wettbewerb behaupten.
Kurz gesagt: Zielsysteme sind das Navigationsinstrument für Unternehmen – sie geben die Richtung vor, schaffen Klarheit und sorgen dafür, dass alle gemeinsam auf die wichtigsten Ziele hinarbeiten.
Was sind OKRs? Definition und Prinzip
OKRs sind ein Zielsystem, das ursprünglich von Intel entwickelt und später von Unternehmen wie Google, LinkedIn und Spotify populär gemacht wurde. Das System besteht aus zwei Komponenten:
-
Objectives: Inspirierende, qualitative Ziele, die den gewünschten Zustand beschreiben.
-
Key Results: Messbare, quantitative Ergebnisse, die den Fortschritt und Erfolg bei der Erreichung der Ziele zeigen.
OKRs werden typischerweise auf Quartalsbasis festgelegt und regelmäßig überprüft. Sie fördern Transparenz, Fokus und Alignment im Unternehmen.
Vorteile von OKRs
- Transparenz: Ziele werden offen kommuniziert und sind für alle sichtbar.
- Motivation: Ambitionierte Ziele fördern Engagement und Eigenverantwortung.
- Messbarkeit: Fortschritt wird regelmäßig überprüft und ist objektiv nachvollziehbar.
Nachteile von OKRs
- Administrativer Aufwand: Die Einführung und Pflege von OKRs erfordert Zeit, Disziplin und oft neue Tools. Das regelmäßige Setzen, Nachhalten und Bewerten der Key Results kann gerade in kleineren Unternehmen zu Überforderung führen.
- Überfokussierung: Zu viele oder zu ambitionierte OKRs können Teams demotivieren oder zu Tunnelblick führen.
- Kulturwandel nötig: OKRs funktionieren nur dann effektiv, wenn sowohl Führungskräfte als auch Teams bereit sind, eine Kultur der Transparenz, des regelmäßigen Feedbacks und der kontinuierlichen Verbesserung zu etablieren. Dieses Mindset ist nicht in jedem Unternehmen sofort vorhanden.
Warum wir bei comorrow auf die Big 5 setzen
Nach intensiver Beschäftigung mit verschiedenen Zielsystemen haben wir uns bei comorrow für die „Big 5“ entschieden. Dieses Modell vereint für uns das Beste aus allen Welten: Es ist klar strukturiert, einfach zu kommunizieren und reduziert den administrativen Aufwand auf ein Minimum. Zu Beginn jedes Jahres legen wir die „Big 5“ fest – die fünf wichtigsten Themen und Projekte, die unsere Innovationsagenda bestimmen. Die Auswahl erfolgt strukturiert anhand einer Matrix, in der alle potenziellen Themen nach ihrem erwarteten Impact und dem erforderlichen Aufwand bewertet werden. Auf diese Weise konzentrieren wir unsere Ressourcen auf die Initiativen, die den größten Mehrwert für das Unternehmen und unsere Kunden bringen.
Wie wir die „Big 5“ in unseren Arbeitsalltag integrieren und wie oft wir den Fortschritt überprüfen, erfährst du hier.
Unsere Gründe für die Big 5:
- Klarheit ohne Komplexität: Fünf zentrale Projekte sind für alle verständlich und lassen sich leicht priorisieren.
- Flexibilität: Die Big 5 können an Veränderungen angepasst werden, ohne das gesamte System neu aufsetzen zu müssen.
- Weniger Administration: Im Vergleich zu OKRs ist das Nachhalten und Bewerten deutlich einfacher.
- Motivation & Identifikation: Die Big 5 sind für alle sichtbar und fördern den Teamgeist.
Du bist unschlüssig, welches Zielsystem für dein Unternehmen oder Team am besten funktionieren könnte? Du brauchst Sparring für dein aktuelles Set-Up? Dann melde dich gerne bei uns und wir helfen, die passende Lösung zu finden!
Bild: MMD Creative/Shutterstock.com